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WIRksam bilden.Afrika

Unterschiedliche Bedingungen.Neue Perspektiven.Gemeinsames Lernen.

Bildung ist überall von den Lebensbedingungen, den Möglichkeiten und den Menschen vor Ort geprägt. In Tansania durfte ich erleben, wie unterschiedlich Kinder lernen, wie Lehrpersonen ihren Bildungsalltag gestalten und welchen Stellenwert Bildung im Leben der Menschen einnimmt.

Die Begegnungen in Schulen, im Kindergarten und mit der Maasai-Gemeinschaft haben mir Einblicke eröffnet, die weit über den Unterricht hinausgehen. Sie haben meinen Blick auf Bildung erweitert – auf das, was Kinder brauchen, was Lehrpersonen leisten und welche Bedeutung gemeinsames Lernen, persönliche Entwicklung und gegenseitige Wertschätzung haben.

Diese Erfahrungen haben mich darin bestärkt, genauer hinzusehen: Nicht nur auf das, was unter unterschiedlichen Bedingungen fehlt, sondern auch auf das, was bereits vorhanden ist. Auf Fähigkeiten, Stärken, Motivation und die Bereitschaft, Entwicklung möglich zu machen.

Denn wirksam wird Bildung dort, wo Menschen einander begegnen, voneinander lernen und gemeinsam Zukunft gestalten.

Doris Bogner im Workshopraum in Tansania

Bildung beginnt mit Begegnung.

Der Besuch in Tansania führte mich in den Alltag einer Schule und eines Kindergartens – dorthin, wo Kinder lernen, spielen, entdecken und ihren eigenen Bildungsweg beginnen. Ich durfte Kindergartengruppen erleben, verschiedene Schulklassen besuchen und unmittelbar beobachten, wie Kinder dort lernen, miteinander arbeiten und ihren Unterricht gestalten.

Besonders eindrucksvoll war für mich die Freude, mit der viele Kinder dem Lernen begegnen. Bildung ist für sie nicht selbstverständlich. Sie ist eine Möglichkeit, eine Chance und für viele ein großes Privileg. Die Neugier, die Aufmerksamkeit und die Begeisterung der Kinder haben mich berührt und meinen Blick auf das eigene Verständnis von Bildung noch einmal erweitert.

Neben den Einblicken in den Unterricht und den Kindergarten standen vor allem die persönlichen Begegnungen im Mittelpunkt. Ich führte Gespräche mit dem Schulleiter, mit Lehrkräften und mit Menschen aus der Maasai-Gemeinschaft. Wir sprachen über Bildung, über die Lebensbedingungen der Kinder, über Herausforderungen im Schulalltag und darüber, welche Bedeutung Lernen für die Zukunft der jungen Generation hat.

Auch der gemeinsame Schulgarten, den die Klassen pflegen, vermittelte einen Eindruck davon, wie Lernen über den Unterricht hinaus stattfindet und wie Kinder Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas gestalten.

Die Begegnungen haben mir gezeigt, wie unterschiedlich die Rahmenbedingungen von Bildung sein können – und wie wichtig es ist, diese Unterschiede wahrzunehmen, ohne vorschnell zu vergleichen oder zu bewerten. Bildung lässt sich nicht losgelöst von den Lebensrealitäten der Menschen betrachten. Es braucht Offenheit, echtes Interesse und die Bereitschaft, zuzuhören und die Perspektiven vor Ort ernst zu nehmen.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Bildung überall dort beginnt, wo Menschen einander begegnen, voneinander lernen und Entwicklung möglich machen.

Doris Bogner mit zwei Kindern in Schuluniform

Gemeinsam wirksam.Eine Begegnung, die weiterwirkt.

Der Austausch mit den Lehrpersonen der Namayani School war für mich ein ganz besonderer Teil dieser Reise. Mit viel Freude, Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung entstand ein gemeinsamer Raum, in dem wir Erfahrungen teilten, Perspektiven wechselten und uns mit den eigenen Stärken, der Motivation und der Bedeutung unserer Arbeit mit Kindern auseinandersetzten.

In meinem Workshop ging es darum, die eigene Rolle als Lehrperson bewusst wahrzunehmen, persönliche Stärken zu entdecken und sichtbar zu machen, was jeder Einzelne den Kindern mitgeben kann. Mit praktischen Übungen, persönlichen Reflexionen und einem gemeinsamen Gallery Walk wurden Gedanken geteilt, Fähigkeiten gewürdigt und gegenseitige Wertschätzung erlebbar.

Was mich besonders berührt hat, war die Offenheit, die Herzlichkeit und die Freude, mit der sich die Lehrpersonen auf diesen gemeinsamen Prozess eingelassen haben. Es war ein Miteinander auf Augenhöhe – geprägt von Interesse, Vertrauen und dem Wunsch, voneinander zu lernen. Ich bin dankbar für diese Begegnungen und für die Menschen, die ich dabei kennenlernen durfte.

Diese Erfahrungen sind für mich nicht mit der Reise zu Ende gegangen. Der Kontakt und die Zusammenarbeit bestehen weiter. Die Menschen, ihre Geschichten und das gemeinsam Erlebte begleiten mich bis heute und sind zu einem Teil meiner persönlichen Haltung und meiner Arbeit geworden.

Für mich zeigt sich darin, was nachhaltige Begegnung bewirken kann: Sie eröffnet neue Perspektiven, schafft Verbindung und wirkt über den eigentlichen Moment hinaus.

Gesprächsrunde im Workshopraum
Gruppenfoto mit Lehrpersonen
Doris Bogner mit zwei Kindern
Kind trägt Hefte auf dem Kopf über den Schulhof
Zwei lachende Kinder in Schuluniform

Patenschaften.Verantwortung, die verbindet.

Auf unserer Reise sind persönliche Begegnungen entstanden, die über den Moment hinausreichen. Besonders die Kinder und ihre Lebensgeschichten sind uns in Erinnerung geblieben.

Wir haben Patenschaften für Kinder in Tansania übernommen. Damit ist eine persönliche Verbindung entstanden, die uns wichtig ist und die wir bewusst weiterführen. Es geht darum, Kindern Unterstützung und Möglichkeiten für ihren Bildungsweg zu eröffnen und sie auf ihrem Weg ein Stück zu begleiten.

Diese Patenschaften sind für uns Ausdruck von Verbundenheit und gelebter Verantwortung. Sie erinnern uns daran, dass Bildung Chancen eröffnet und persönliche Unterstützung einen Unterschied machen kann.

Der Kontakt zu den Menschen vor Ort und das Wissen um die Kinder lassen die Begegnungen lebendig bleiben – weit über die Reise hinaus.

Zwei lachende Kinder in Schuluniform